Kurzfeedback von Studierenden

Im Wintersemester 2013/14 haben wir die Teilnehmer des agilen Studierens aufgefordert, auf anonymen Wege Rückmeldung zu geben. Es hat ein wenig gedauert, aber ich möchte die Ergebnisse nicht vorenthalten.

Die Teilnehmer haben die Rückmeldungen an die studentischen Vertreter der Studienkommission unseres Studiengangs gesendet. Wir als Professoren kennen die Autoren nicht. Zur Veröffentlichung habe ich den Satzbau ein wenig lesbarer gestaltet, die eigentliche Aussage aber nicht verändert.

Dem agilen Studieren stand ich sehr kritisch gegenüber, jedoch haben sich meine Befürchtungen mit der Zeit widerlegt. Ich finde das neue System des Selbststudiums einfach klasse weil es einen zum kontinuierlichen Lernen „zwingt“.

Ich hoffe, es hilft auch für Fächer, die nicht nach diesem Modell vorgehen.

Agiles studieren ist vor allem für Fächer wie „Programmierung 2“  und „Web Engineering 2“ gut. Für „Statistik“ ist das für mich agiler Schwachsinn, aber der Professor improvisiert sehr gut.

Das Fach „Statistik“ besitzt einen wesentlich größeren Anteil an Studienthemen, die jeder Teilnehmer alleine bearbeiten soll. In anderen Fächern überwiegen Themen, die ein einzelner bearbeiten und dann der restlichen Gruppe erläutern kann. Wir beobachten das weiter.

Agiles Studieren war nett gemeint, um es mal auszuprobieren. Aber ich finde es nicht effektiv, meine Meinung.

Hmm, agiles Studieren soll effektiver als eine normale Vorlesung, ggf. mit Übungen, sein. Es wäre schön, wenn sich der Autor dieses Satzes uns seine Meinung begründet (gerne anonym über die studentischen Vertreter).

Finde ich super, ich folge in meinen Vorlesungen schon seit 3 Jahren auf diesem Wege. Auch wenn Studenten dies am Anfang doch ungewohnt und als schwierig/unsicher empfinden, zahlt sich das im späteren Moment aus. Das Problem stellt sich halt in der Anwesenheit seitens der Vorlesung, dies müsste man mit kleinen Vorprüfungen anpassen.

Agiles Studieren ist so angelegt, dass es effektives Arbeiten unterstützt. In diesem Sinne freuen mich die ersten zwei Sätze. Mit dem letzten Satz ist vermutlich gemeint, dass die ganze Gruppe anwesend sein muss und die Gruppenauswahl auf Basis der freien Zeiten erfolgen sollte. Das ist ein Punkt, den ich im nächsten Semester zur (an sich freien) Wahl der Studiengruppen ansprechen werde.

Ich bedanke mich bei den anonymen Studierenden für ihre Rückmeldungen und fordere die Studierenden dieses Semesters auf, uns ebenfalls Feedback zu geben. Schließlich ist es Ihr Studium.

 

Autor: Detlef Stern

Detlef Stern arbeitet als Professor für Projektmanagement, Electronic Business und Softwareentwicklung im Studiengang Wirtschaftsinformatik der Hochschule Heilbronn. Neben fachlichen Dingen beschäftigt er sich gerne mit alternativen Lehr-/Lernformen.

Ein Gedanke zu „Kurzfeedback von Studierenden“

  1. Agiles Studieren fängt bei den Studenten an. Und wenn die Studenten nicht verstehen was Sinn und Zweck dahinter steckt, ist diese Disziplin gescheitert bevor sie überhaupt in kraft tritt. In bestimmen Kontext ist Agiles Studieren nicht schlecht, aber es wäre fatal zu glauben, dass die Umsetzung dieser Methode auf allen Fächern Übertragbar ist. Vor allem Studenten die einfach mit der Umstellung nicht klar kommen weil Sie es nicht gewohnt sind, so zu Lernen haben Schwierigkeiten. Der Lernprozess wird ja hier neu definiert.

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