Bericht zur dritten Förderung

Vorbemerkung

Teil der Förderung durch die Studienkommission für Hochschuldidaktik ist die Abgabe eines Bericht auf der Plattform LehrForum.de. Da die Inhalte dort ohne Anmeldung nicht einsehbar sind, veröffentliche ich den Bericht parallel hier. Aus Gründen wurde der Text leicht ediert.


Projektziele

„Agiles Studieren“ ist eine vom Antragsteller entwickelte Lern- / Lehrmethode, die sich an aktuellen Vorgehensmodellen aus der Softwareentwicklung orientiert. Dabei stehen häufiges Feedback und gemeinsames Arbeiten im Vordergrund. Der Inhalt einer Lehrveranstaltung wird in „Studienthemen“ aufgeteilt, die in Gruppen von 3-6 Studierenden selbständig, nach eigenem Lerntempo schriftlich bearbeitet werden. Alle 1-2 Wochen erhalten die Studierenden Feedback, sowohl bezüglich des Inhalts, als auch formaler Kriterien (z.B. Güte der verwendeten Quellen). Damit unterstützt Agiles Studieren zusätzlich die Sozialisation in den Hochschulkontext.

Die Rückmeldungen aus dem Jahr 2017 seitens der Studierenden, wie auch der Lehrenden, sollen in die Unterstützungssoftware integriert werden: Verfügbarkeit als Open Source, Unterstützung mobiler Endgeräte, Unterstützung von Gruppenbildungsprozessen, einführendes Dokument für Lehrende.

Projektmaßnahmen

  • Interaktive Sitzungen, auch mit Studierenden, zur Erstellung eines Konzepts für die Unterstützung mobiler Endgeräte
  • Realisierung von Prototypen zur Validation des Konzepts
  • Praktische Untersuchungen von Gruppenbildungsprozessen
  • Umbau der Software, damit diese unter einer verlässlicheren Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden kann (AGPL 3.0)
  • Schreiben eines Buches

Projektergebnisse / Projekterfahrungen

  • Die Unterstützungssoftware wurde an die Bedürfnisse bisher unbeteiligter Lehrbeauftragter angepasst
  • Die Prototyp zur Validierung des Konzeptes für mobile Endgeräte liegt vor
  • Die bisher verwendeten Gruppenbildungsprozesse ware nur teilweise erfolgreich. Bilden z.B. die Teilnehmer selbständig Gruppen, so fehlt häufig die notwendige Heterogenität innerhalb der Gruppe für kreative Lösungsansätze. Zufallsbasierte Einteilungen erzeugen zu wenig homogene Gruppen, so dass die Gruppenmitglieder zu wenig gemeinsame Anknüfungspunkte finden. Ebenso leitet die Effizienz, da die Gruppen zu wenig homogen sind.
  • Die Software ist unter der Lizenz AGPL 3.0 verfügbar und kann ggf. auch von Dritten an eigene Bedürfnisse angepasst werden.
  • Im Springer-Verlag ist Ende 2018 das Buch “Agiles Studieren - Eine Einführung für Dozenten” erschienen
  • Lehrende benötigen teilw. detailliertere Statistiken, um besseres Feedback geben zu können.
  • Studierende wollen Arbeitsergebnisse auf in Form von Graphiken dokumentieren.

Zusätzliche Informationen / Nächste geplante Schritte

  • Gruppenbildungsprozesse mit Studierenden zu klären und umzusetzen ist auf Grund der unterschiedlichsten persönlichen Erfahrungen in der Gruppenarbeit nicht ganz einfach. Bei der gegebenen Projektdauer sind pro Lehrveranstaltung 2 Experimente möglich.
  • Diese Prozesse sollten weiter untersucht werden, auch unter den im Hochschulkontext üblichen Rahmenbedingungen: > 40 Teilnehmer, viele Studierenden “kennen” ihre Kommilitonen eher wenig (und häufig zufällig)
  • In der Zukunft sollte das Konzept zur Unterstützung mobiler Endgeräte in der Software realisiert werden
  • Dies gilt auch für die Unterstützung von Arbeitsergebnissen in graphischer Form, wie auch erweiterter Statistiken (unter Beachtung des Datenschutzes)