Yvonne Maul, Studentin der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn, schreibt in einem Gastbeitrag über die Ergebnisse Ihrer erfolgreich abschlossenen Abschlussarbeit. Das Thesisvorhaben wurde schon hier beschrieben.


Meine persönliche Motivation für die Bearbeitung des Themas bezog sich auf die Chance meine eigenen Ideen, Erfahrungen und Forschungen in Form einer Abschlussarbeit in das bestehende Vorgehen mit einzubringen. Die Theorie hinter agilen Methoden und Werkzeugen, sowie dessen Einsatz weckt in mir eine große Neugier mehr über ́das Thema „Agile“ zu erfahren und mein bereits erworbenes Wissen effizienzsteigernd einzusetzen.

Immer mehr Lehrende beschäftigen sich mit dem Übergang von der traditionellen Lehre durch Fremdkontrolle zu einer Lehre der Selbstverwirklichung, Eigenverantwortung und Kompetenzentwicklung. Für die Entwicklung bestimmter Schlüsselkompetenzen, wie der Umgang mit Unsicherheiten, Anpassungsfähigkeit, Kreativität, Kommunikation, Respekt, Vertrauen, Eigenverantwortung, Eigeninitiative und systematischem Denken erfordert ein Wandel der Pädagogik. Doch auf welche Art und Weis kann dieser Wandel stattfinden? Agile Methoden und Werkzeuge sind die Antwort.

Die Forschungsfrage, welche ich in meiner Arbeit verfolgt habe, befasste sich mit der Untersuchung agiler Methoden, dessen Einsatz zur effizienteren Gestaltung des Lernverhaltens an Hochschulen beitragen. Als Grundlage für die Arbeit wurde das Agile Studieren an der Hochschule Heilbronn, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung auf dem Vorgehen nach Scrum basierte, herangezogen. Bei dem Umstieg zu einer modernen Didaktik wuchsen neben den merkbaren Erfolgen auch die Anzahl neuer Herausforderungen. Nun galt es herauszufinden, mit welchen Herausforderungen sich die Lernenden und Lehrenden beschäftigten und welche agilen Methoden zur Lösung beitragen.

Die Auswahl der Methoden, welche ich in meiner Arbeit begutachtet habe, orientierte sich an wesentlichen im betrieblichen Praxisumfeld verwendeten agilen Methoden und basierte auf dem Input von durchgeführten Expertengesprächen. Die Auswahl beschränkte sich auf die Methoden Kanban, Scrumban, OKR, Design Thinking, Stable Teams, Scrum of Scrum, Lean Coffee, Time Boxing und Just-In-Time-Teaching. Zur Bewertung der Methoden wurden die aktuellen Prozesse analysiert und dokumentiert. Zusätzliche dienten mehrfach durchgeführte Umfragen zur Identifizierung der bestehenden Herausforderungen. Diese stellten die Anforderungen an ein verbessertes Vorgehensmodell für das Agile Studieren dar. Die Evaluierung der Methoden erfolgte in einer Bewertungsmatrix, die in Form einer Nutzwertanalyse aufgestellt wurde. Für eine umfassende Bewertung der Methoden wurde die Sicht eines Befürworters und Kritikers dokumentiert.

Die Ergebnisse aus der Evaluierung zeigen auf, dass die Methoden OKR und Scrumban als die am meisten erfolgsversprechenden Methoden gesehen werden. Beide der Methoden sind flexibel und anpassungsfähig in die bestehende Organisationsstruktur des Lehrens integrierbar. Neben den Hauptempfehlungen kann in Abhängigkeit zu der jeweiligen Lehrsituation und den zu vermittelnden Lerninhalten auch der Einsatz von Kanban, Stable Teams und Just-In-Time-Teaching zum Erfolg führen. Die empfohlenen Methoden bilden einen optimalen Rahmen, um das selbststeuernde, selbstorganisierte und eigenverantwortliche Lernen der Lernenden zu fördern. Darüber hinaus geht aus der Nutzwertanalyse hervor, dass die aktive Mitarbeit und eine offene Einstellung des Lehrenden für einen erfolgreichen Einsatz von agilen Methoden erforderlich sind.

Die Arbeit endet mit der Aufstellung von Handlungsempfehlungen, die den Einsatz der Methoden beschreiben, die zur Lösung beitragen. Die theoretische Beschreibung eines praktischen Einsatzes erfolgte nur für die zwei Hauptempfehlungen Scrumban und OKR.

Bei weiterem Interesse können Sie gerne unter folgendem Link weitere Details der Arbeit einsehen.